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Ist Rhythmusgefühl erlernbar ?

  • 17. Feb. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Feb.

Du kannst wär super schön singen, aber du kannst während des Singens gar nicht zählen und auch keine Takte halten und vor allem kennst du auch keine Noten und weißt doch gar nicht, wie sowas aufgeschrieben wird... Hältst dich also für unrhythmisch ?


Ja, in der Tat gibt es Menschen, die haben den Groove einfach im Blut und denen brauchst du nichts von Noten und Zählen zu erzählen.

Aber die meisten, die ich kenne, die zum Unterricht kommen, brauchen in Sachen Rhythmus sehr großen Nachhilfeunterricht.


In 35 Jahren Unterrichten und auch mit sehr sehr vielen Anfängern und Erwachsenenlaien aber auch oft Opernsängerin habe ich festgestellt, dass es doch relativ leicht ist, ein solides Rhythmusgefühl zu verankern.


Und die schöne Botschaft ist: jeder Mensch hat die Anlage zu Rhythmus. Warum das so ist, erklär ich dir jetzt.


Wir sind von Natur aus rhythmische Wesen. Wir laufen. Wir haben einen Herzschlag. Wir wiederholen täglich Dinge.

Wir wachen zur ähnlichen Zeiten auf, Tag und Nacht sind ein feststehende Rhythmus, den wir gut kennen und wir haben eine Art innere Uhr.

Wenn du Sekunden zählen solltest, dann würdest du ungefähr sagen 61,62, 63,64. Und laufen tun wir ungefähr im Tempo 80.

Manche achten mehr auf diesen Rhythmus der Dinge um uns herum, und manche achten gar nicht darauf.

Es ist also einfach nur eine Angelegenheit von ( unbewusster)Aufmerksamkeit auf das Thema Rhythmus. Wer gerne tanzt, wird vielleicht merken, dass er ein besonderes Rhythmusgefühl hat. Und jemand der gar nicht tanzen kann, würde behaupten, dass er kein Rhythmusgefühl hat.

Menschen, die unrythmisch sind, schämen sich oft dafür, verstecken sich mit dem Problem und gehen es nie an. Ich würde sagen, sie meiden das Problem, und damit oft auch das Singen selbst, welches mit Rhythmus verbunden ist, und geben sich selbst lieber bereitwillig das Prädikat: "Unrythmisch".

Ich kann jeden , der wirklich singen möchte, nur ermutigen,diese kleine Hürde sportlich zu nehmen, und sich einem Dozenten an zu vertrauen.


Es gibt aber auch Menschen, die bereits sehr gut singen, eine wunderbare Stimme besitzen und diese auch benutzen und es gar nicht merken, dass sie unrythmisch singen, weil sie die Ansicht haben, dass ihre Stimme den Ton an gibt und alle um sie herum folgen müssten.

Dieses Phänomen haben wir bisweilen, wenn klassisch ausgebildete Saenger, Jazz singen und auf Jam Sessions gehen.

Die meisten von diesen Sängern wissen nicht, wie sie einzählen, sie können keine Grundform in der Musik, Sie kennen die Abläufe von Stücken und die Akkordwechsel nicht, und vor allem leben sie nur in der Melodie und ihrer persönlichen Freiheit diese also interpretieren. Sie sind mehr oder weniger in ihren Gesang verliebt, und achten nicht auf die Band. Geben das Thema Rhythmus sogar an die Band ab und erwarten, dass die Band Ihnen folgt. Diese "Musiker" sind nicht sehr beliebt bei Jamsessions.


Weitere können zwar zählen und wissen, wo sie gerade sind, haben aber gar kein besonderes GROOVE- Gefühl. Dieses Phänomen beobachten wir oft, wenn wir sagen, Schwarze grooven und Weisse können gar nicht richtig grooven.

Dieses Phänomen hat was mit Entspannung und Vertrauen in den Rhythmus zu tun.

Es hat aber auch damit zu tun, dass wir bestimmte Aspekte dieser Musik gar nie gelernt haben. Das kann man und sollte man unbedingt nachholen.


Jenseits von Noten lesen, was ich hier noch gar nicht anspreche, ist es für jede musikalische Interpretation absolut vorrangig, den Rhythmus zu etablieren.

Sonst kannst du mit niemanden zusammen spielen. Das Noten lesen selbst hat nichts mit Musik machen zu tun. Es ist nur eine Bildsprache für etwas, was akustisch ausgeführt werden soll und da kommen bestimmte Punkte auf bestimmte Zählzeiten, die ein Metronom geben kann.

Aber das Noten lesen selbst macht kein Rhythmusgefühl. Rhythmusgefühl über das Noten lesen zu erziehen, führt selten zu einem wirklichen Rhythmusgefühl. Es kann helfen, Zusammenhänge zu verstehen, aber für Menschen, die ohnehin Probleme mit der Punkte Schrift haben, stellt das lernen von Noten eher noch ein größeres Problem dar. Meistens kapitulieren sie hier direkt. Deswegen ist es sinnvoll anders vorzugehen.


Wie also trainiert man das profunde Rhythmusgefühl?

Manche nehmen für das studieren von Rhythmus des Taketina-System, welches mit Sicherheit eine gute Möglichkeit ist, den Rhythmus, beziehungsweise die Fähigkeit, wiederholend zu zählen, in den Körper zu bekommen.

Das Taketina System beginnt allerdings mit dem rechten Fuß und ist aus meiner Sicht geeignet für Marschgefühl und gerade Rhythmen. Auch für den normalen CHOR BIETET SICH DIESES EINFACHE SYSTEM AN, BASICS DER RHYTHMIK ZU VERSTEHEN.


Für den Popularmusik Sänger, und insbesondere Interpreten von Blues, Soul, Gospel, Jazz,gibt es aus meiner Perspektive bessere Systeme, Rhythmusgefühl zu wecken und zu vertiefen, ja gerade zu automatisieren, während man andere Aktionen wie singen, sprechen, durchführt, beziehungsweise durchführen lernt.


Ich favorisiere es, dass jeder Jazz oder Popular Saenger sich mit den Grund Beats des Schlagzeugs auseinandersetzt. Dafür braucht man nicht ein komplettes Schlagzeug, aber zumindest sollte man dazu kommen, dass man beide Arme und beide Beine trainiert, den Rhythmus automatisch zu geben und darauf zu singen.


Während für den normalen Schlagzeuger der rechte Fuß die Bass drum. und damit die 1 und die 3 spielen soll, bin ich der Ansicht, dass der Saenger den linken Fuß für die 1 und 3 nehmen sollte und den rechten für die 2 und 4. (Ausnahmen wären Linkshänder).

Aber wenn du mit der rechten Hand schnippst, dann solltest du mit dem Linken Fuss die 1 treten, sonst wirst du langfristig vermutlich nicht wirklich Grouven.

Schlagzeuger und Sänger brauchen grundsätzlich eigentlich erst mal ein anderes System, das Schlagzeug zu bedienen. Aber ihnen gemeinsam ist, dass sie verschiedene Rhythmen gleichzeitig lernen auszuführen.

Und in dem Moment, wo wir das Prinzip im Körper verankert haben, beginnt es uns leicht zu fallen, dazu auch zu sprechen und später zu singen.


Das ist ungefähr so wie beim Autofahren. In den ersten Lektionen schafft man kaum alle Pedale in der richtigen Weise zu koordinieren gleichzeitig zu lenken, aber schon in wenigen Wochen automatisiert man diesen Prozess und kann sogar dabei alles mögliche tun. Wir nennen das Verankerung ins Unterbewusstsein.

Sobald dieser Prozess stattgefunden hat, kann man sagen, dass wir das Rhythmusgefühl verankert haben. Diesen gilt es dann mit verschiedenen Übungen, die immer wieder zu stärken und zu trainieren. Das kann geschehen dadurch dass man in einer Band spielt, dass man ein Begleitinstrument spielt, während man singt, oder Percussion Instrumente.


Jedem Fall lässt sich sagen, dass sich durch dieses Training eine ganz große Sicherheit für das Singen ergibt, und dass Rhythmus ganz viel Freude und Selbst Sicherheit bringt. Ein Versuch lohnt sich immer. Wenn du selbst jetzt gerne dein Rhythmus Gefühl stärken möchtest, und in die Geheimnisse des Rhythmusgefühls eintauchen möchtest, helfe ich dir gerne dabei mit Unterricht.





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